Mitleid hilft nicht. Gute Konzepte schon
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Was sind "Stadttauben"?

Über mehrere tausend Jahre hat der Mensch Tauben gezüchtet:

  •    als Lieferant von Eiern, Fleisch und Federn.
  • die grandiose Orientierungsleistung der Tiere wurde genutzt: als Brieftauben hielten sie jederzeit die Kommunikation aufrecht, als es noch kein Telefon und kein Internet gab

Nach dem 1. Weltkrieg war die große Zeit der Tauben vorbei. Die Tiere landeten auf der Straße. Und da sind sie immer noch.

In allen größeren Städten zählen »verwilderte« Taubenschwärme zu den vertrauten Bewohnern. Die Stammform aller gezüchteten Tauben ist die Felsentaube - Columba livia. Die verschiedenen Färbungen bei den Stadttauben sowie das veränderte, meist ganzjährige Brutverhalten zeigen deutlich, dass es sich um aus der Zucht stammende (domestizierte) Tiere handelt.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover hat durch Genanalysen festgestellt, dass alle Stadttauben Nachkommen von Zucht- oder Brieftauben sind:

»Diese Stadttauben sind entflogene Haus- oder Rassetauben und ausgebliebene Brieftauben sowie deren Nachkommen.« (Tierärztliche Hochschule Hannover 1995/96).

»Den stärksten Anteil am Zuflug unserer Stadttaubenschwärme haben heute verirrte und erschöpfte Brieftauben. Dies ist allein schon in der großen Zahl, aber auch der Streuung der verflogenen Tiere begründet.« (Landesanstalt für Umweltschutz, Baden-Württemberg 1995).

Ihr Zuchterbe verdammt sie dazu, 5 bis 6 Mal im Jahr zu brüten, unabhängig davon ob die Umweltbedingungen schlecht oder verheerend sind. Das Problem Stadttauben ist vom Menschen verursacht, da es sich um "verstädterte", im strengen Sinne auch ausgesetzte Haustiere handelt. Anders als Wildtiere können sie ihre Fruchtbarkeit nicht mehr den veränderten Lebensbedingungen anpassen. Dank menschlicher Züchterleistung. Im Gegensatz zu einer weitverbreiteten Meinung sind Stadttauben also keine Wild-, sondern Haustiere, die den Anforderungen der freien Wildbahn nicht mehr in vollem Umfang entsprechen. Fütterungsverbote führen daher nicht zu Abwanderung oder weniger Bruten, sondern zum Verhungern der Tiere - was dem Tierschutzgesetz widerspricht.

Eine nachhaltige Lösung kann nur sein, ihre Fortpflanzung zu verhindern. Dazu muss man an die Gelege kommen und das schafft man nur, wenn man ihnen ein alternatives Zuhause anbietet. Erst dann hat man eine tierschutzgerechte Lösung, von der auch die Menschen profitieren.


Tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement statt Fütterungsverbot

- Nach dem Empfehlungen des Ministeriums für Landwirtschaft

Mit teuren Vergrämungsmaßnahmen und Fütterungsverboten wird in der Stadt Braunschweig zur Zeit in der Stadttaubenproblematik vorgegangen. Hierdurch entstehen nach Aussagen von Fachjuristen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.

Das Ministerium für Landwirtschaft hat im Dezember 2019 unter Federführung des Tierschutzbeirates Niedersachsen die neuen "Empfehlungen für ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement" herausgegeben und auf dem Erlasswege auch dem Veterinäramt in Braunschweig mit der Bitte zur Kenntnis gegeben, die Stadt Braunschweig bei entsprechenden Managementmaßnahmen fachlich entsprechend zu unterstützen. Diese Überarbeitung hat unsere 1.Vorsitzende Beate Gries im Auftrag des Landestierschutzverbandes Niedersachsen maßgeblich bearbeitet.

Daher möchten wir auch für unsere Stadt die Umsetzung des langjährig in anderen Städten erprobten Konzeptes, das ein friedliches Miteinander ermöglicht und die Einhaltung des Tierschutzgesetzes auch in unserer Stadt gewährleistet.

  • Titelblatt EmpfehlungenTBR_Nds
    Titelblatt EmpfehlungenTBR_Nds


... hier geht es zu einem kurzen Film in drei Teilen (je 6 bis 9 Minuten lang) in dem das integrierte Stadttaubenmangement beschrieben wird. Auch Verwaltungsmitabeiter anderer Kommunen mit erfolgreichen Taubenschlägen kommen zu Wort.


Ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmangement löst endlich die Probleme und schafft Zufriedenheit bei...

  • Den Gastronomen und Hotelbesitzer, die stressfrei ihre Gäste bedienen können.
  • Den Mitarbeiter von der Stadtreinigung, die 90 % weniger Taubenkot entsorgen müssen.
  • Den Hausbesitzer, die sich keine Gedanken mehr um Vergrämungsmaßnahmen machen müssen.
  • Den besorgten Bürger, die Angst vor Ansteckung haben.
  • Den Touristen, die das Elend der Tiere nicht mehr ausblenden müssen.
  • Den Menschen, die Tauben nicht leiden können und die sich genervt fühlen. Die Menschen, die Tauben lieben und als Friedensbringer verehren
  • Den Tauben selbst, die ein Leben ohne Hunger und Krankheit führen können.

Nur ein paar Mal am Tag wird man sie fliegen sehen, wenn sie für einen kleinen Rundflug kurz ihren Schlag verlassen und eine Runde über Braunschweig drehen... und wieder in ihren sicheren Schlag zurückkehren

 

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Archiv: Empfehlungen des TBR Niedersachsen Stand 1998 (veraltet): Loseblattsammlung zur tierschutzgerechten Bestandskontrolle der Stadtaubenpopulation